Entbuschungsprojekt

im FFH-Gebiet 128 "Kernberge-Wöllmisse"


Erstpflege defizitärer Xerotherm-Lebensräume

im FFH-Gebiet-Nr. 128 "Kernberge-Wölmisse", Teil Saale-Holzland-Kreis



Projektlaufzeit: 10/2021 bis 12/2023

Dieses Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit der NATURA 2000-Station "Mittlere Saale" realisiert.



Im FFH-Gebiet 128 „Kernberge-Wöllmisse“ befinden sich zahlreiche Xerotherm-Lebensräume von besonderer naturschutzfachlicher Bedeutung, die in ihrem Fortbestand massiv durch Nutzungsaufgabe und damit einhergehende Sukzessionsprozesse bedroht sind. In vielen dieser Lebensräume ist bei fortschreitender Sukzession mittelfristig mit einer Verschlechterung des Erhaltungszustandes oder gar einem vollständigen Verlust lebensraumtypischer Arten und Strukturen zu rechnen.

Das Projekt verfolgt folgende integrale Ziele:
  • eine weitere Verschlechterung des Erhaltungszustandes von Vorkommen der Lebensraumtypen (LRT) 6210 (Trespen-Schwingel-Kalk-Trockenrasen) und 5130 (Wacholderheiden) zu vermeiden sowie
  • einen Verlust unmittelbar abgängiger FFH-LRTs zu verhindern.
Hierzu sollen ersteinrichtende Maßnahmen in Form von Entbuschung und/oder Mahd erfolgen. Auf diese Weise sollen Sukzessionsprozesse unterbrochen und der ungünstige Entwicklungstrend rückgängig gemacht werden. Überdies soll das Projekt die notwendigen Voraussetzungen für eine nachhaltige Pflege in Form einer naturschutzgerechten Beweidung schaffen.

Auf insgesamt 5 Vorkommen der FFH-LRT „Kalk—Halbtrockenrasen“ und „Wacholderheiden“ sollen durch ein beauftragtes Landschaftspflegeunternehmen im Zeitraum von Oktober 2021 bis Dezember 2023 Gehölze entfernt werden. Jedoch sollen einzelne Sträucher und z.T. auch Bäume auf den Flächen verbleiben, um ausreichend Niststrukturen für Vogelarten wie den Neuntöter (Lanius collurio) zu erhalten. Um den zu erwartenden Stockausschlag der entfernten Sträucher effektiv zu beseitigen, soll auf den Flächen 1, 3 und 5 eine einmalige Wiederholung der Arbeiten im Winter 2022 stattfinden. Die Fläche 2 wird zusätzlich im Jahr 2023 einem dritten Pflegedurchgang unterzogen. Nach Abschluss dieser so genannten ersteinrichtenden Maßnahmen sollen die Flächen wo immer möglich in eine pflegliche Beweidung mit Schafen ortsansässiger Tierhalter überführt werden.