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Die Geschichte des Rittergutes in Nickelsdorf

Das Rittergut Nickelsdorf war als Vorwerk des Schlosses in Crossen errichtet worden.

Das Rittergut ist ein riesiger Dreiseitenhof, der bis 1925 zur Versorgung der Crossener Schloßherren diente.
400 Jahre zuvor, im Jahre 1585, hatte der sächsische Kurfürst seinem langgedienten Hauptmann Wolf Ernst von Wolframsdorf Amt und Burg Crossen auf Lebzeiten zu Lehen gegeben. Dazu gehörte auch Nickelsdorf. Zwei Jahre später ließ Wolframsdorf die großzügige Leihgabe in ein erbliches Mann- und Weiberlehnrittergut verwandeln. Dann begann er zu bauen: Die Burg in Crossen wurde ein bewohnbares Schloß, Crossen selbst erhielt ein Spital, seine Kirche wurde erweitert und die Wirtschaftsgebäude wurden erneuert. Als die Felder um Crossen und die Wirtschaftsgebäude zur Versorgung des Schlosses nicht mehr ausreichten, ließ Wolframsdorf 1599 das Rittergut in Nickelsdorf errichten.

Die Steine für den Bau wurden am benachbarten Mühlberg gebrochen und - wie es das Alabasterrelief im Wohnhaus des Gutes kundtut - mit 4 Ziegen und 2 Pferden nach Nickelsdorf geschafft.

Das Rittergut eröffnete die Nutzung des Landes jenseits der Elster auf der Nickelsdorfer Hochfläche und ermöglichte die Lagerung des Erntegutes unabhängig von den unberechenbaren Elsterfluten.
Bis 1932 war das Gut in Besitz der jeweiligen Schloßbesitzer. Dann wurde es verkauft. Von 1965 an bis zur Wende befand es sich in der Rechtsträgerschaft der LPG Krossen. Danach erhielten es die Erben der ehemaligen Eigentümer zurück.
Höfe wie diesen gibt es nicht mehr sehr viele im Freistaat Thüringen. Teile des Gutes sind über 4oo Jahre alt. Nicht zuletzt aus diesem Grunde wurde das Gut 1995 komplett unter Denkmalschutz gestellt.

Die Geschichte wird zur Gegenwart und Zukunft

Im Jahr 1998 hat der Verein "Ländliche Kerne" e.V. das Rittergut in Nickelsdorf erworben. Dieser hat es sich zur Aufgabe gemacht, für die Region das einmalige und unwiederbringliche Kulturgut vor dem Zerfall zu retten. Aufgrund der einerseits sehr reizvollen Lage und der andererseits unzureichenden Infrastruktur bietet sich die touristische Nutzung des Gutes als Herberge für Schulklassen und Jugendliche kombiniert mit speziellen Angeboten im Freizeit-, Umwelt- und Erholungsbereich an.


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